Zwischen 1925 und 1930 fanden in Deutshland spektakuläre Raketentestfahrten mit Motorrädern statt. Leider wurden die Tests mit Motorrädern 1930 eingestellt, da man an Autos mehr und leistungsfähigere Raketen montieren konnte. So schaffte zum Beispiel Fritz von Opel mit seinem RAK 2 Auto mit 28 hochexplosiven Raketen eine Geschwindigkeit von 236 km/h auf einer Strecke von 1800 m. Aber dies soll nicht unser Thema sein. Die Opel Motoclub SS hatte einen 500 ccm - OHV - Einzylindermotor mit 22 PS. Angesteckt vom Rausch der Geschwindigkeit versuchten auch weitere die Rekorde zu brechen. Neben Fritz von Opel gab es noch Willi Murken und Otto Lührs. Alle drei waren fanatische Raketenmotorradfahren. Nach und nach wurde die Anzahl der Raketen erhöht und der Sprengstoff wurde immer instabiler, was zu zahlreichen tötlichen Unfällen führte.
Opel RAK 2 mit 28 Raketen und einer Geschwindigkeit von 236 Km/h auf 1800 m.
Gabel und Rahmen aus Pressstahl, Gewicht 180 Kg fahrbereit. Das Motorrad wurde auf 120 km/h beschleunigt, danach zündete der Biker 6 Feststoffraketen. Die 6 Pulverraketen mit insgesamt 30 Kg Sprengstoff wurden vom Biker über Pedal stufenweise gezündet, so das das Bike über 200 Km/h fuhr. Sinn der Aktion: Grenzenlose Freiheit! Nein, Quatsch es ging um die Geschwindigkeitsrekorde um 1900. Mit freundlicher Unterstützung von Classic-Motorrad.de
Fritz von Opel mit seiner Opel Motoclub SS.
Willi Murken mit einer DKW 500 SS und 14 Feststoffraketen.
Otto Lührs auf dem Opel Motoclub SS.
Vor 10.000 Zuschauern startete Otto Lührs am 19.05.1929 im Stadion von Hamborn mit der Opel Motoclub SS, die mit 14 Feststoffraketen bestückt war. Schade, das ich nicht dabei war. Muß ein höllenspektakel gewesen sein.